"Die aktuell veröffentlichte infas-Umfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung bestätigt eindrucksvoll die hohen Innovationsleistungen der saarländischen Wirtschaft." Dies erklärt Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Joachim Rippel.
Saarländische Unternehmen liegen demnach im Vergleich der Bundesländer an erster Stelle bei der Veränderung ihrer Innovationsaufwendungen. "Vergleichsweise mehr Unternehmen als in allen anderen Bundesländern haben in den letzten Jahren ihre Innovationsaufwendungen gesteigert. Das ist ein positives Signal und zeigt die Zukunftsfähigkeit saarländischer Unternehmen", so der Minister.
Die Studie zeigt allerdings auch, dass die durchschnittliche Innovationsbereitschaft von Unternehmen insgesamt aufgrund der aktuellen globalen Wirtschaftskrise abnimmt. Während im Zeitraum zwischen 2005 und 2007 noch 72 Prozent der Unternehmen in Deutschland mindestens eine Produkt- oder Verfahrensneuerung eingeführt haben, planen deutschlandweit nur 62 Prozent der Unternehmen bis 2010 weitere Neuerungen zu entwickeln. "Erfreulich ist deshalb um so mehr, dass die Innovationsplanungen bis Ende 2010 im Saarland auf hohem Niveau stabil bleiben. Das ist wichtig, weil gerade in Krisenzeiten Innovationen von besonderer Bedeutung sind, da die Beschäftigungs- und Umsatzentwicklung in diesen Unternehmen deutlich positiver ausfällt", so Minister Rippel weiter. 57 Prozent der innovativen Firmen im Zeitraum zwischen 2005 und 2007 haben laut Studie die Anzahl ihrer Beschäftigten steigern können; bei den übrigen "Nicht-Innovatoren" liegt dieser Wert lediglich bei 31 Prozent.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass das verarbeitende Gewerbe im Saarland hoch innovativ ist. Der Innovatorenanteil bei den Industrieunternehmen liegt bei fast 80 Prozent. Nur Hessen hat einen höheren Anteil innovierender Industrieunternehmen. Auch beim Innovatorenanteil bei den wissensintensiven Dienstleistungen (fast 80 Prozent) belegt das Saarland im Vergleich mit anderen Bundesländern einen guten 5. Platz.
Minister Rippel: "Das Saarland tritt auf Bundesebene dafür ein, dass zur Erhöhung der FuE-Aktivitäten des Mittelstandes auch eine steuerliche FuE-Förderung in Betracht gezogen wird. Dadurch lässt sich insbesondere das Segment der forschenden kleineren und mittleren Unternehmen besser erschließen. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen profitieren durch die höhere Transparenz von steuerlichen FuE-Anreizen. Die Förderung von betrieblicher Forschung und Entwicklung, insbesondere im Mittelstand, ist seit Jahren ein Kernanliegen der Innovationsstrategie der Landesregierung.
Die Landesregierung unterstützt die Unternehmen bei dieser Aufgabe mit neuen Technologieförderprogrammen. Zum 1. Januar 2009 wurde das EFI-Programm (Förderung von Entwicklung, Forschung und Innovation) gestartet. Zusammen mit dem TPS-Programm (Technologieprogramm Saar), das bereits seit Frühjahr 2008 besteht, ist damit der Umbau der saarländischen Technologieförderung abgeschlossen.
Mit dem EFI- und TPS-Programm gibt es heute nur noch zwei statt bisher fünf Förderprogramme. Die Förderung erfolgt grundsätzlich ohne thematische Einschränkung auf bestimmte Technologien, Produkte oder Wirtschaftszweige. Für die Unternehmen ist die Technologieförderung dadurch einfacher und verständlicher und bietet neue Fördermöglichkeiten. Damit wurde im Saarland frühzeitig erkannt, dass über die Technologieförderung besser und zielgerichteter informiert werden muss und dass die öffentlichen Förderprogramme übersichtlich und einfach strukturiert werden müssen. Dieser in der Studie noch kritisch dargestellte Aspekt ist längst erkannt und mit dem Umbau der Technologieförderung hat das Land schnell und zielgerichtet gehandelt.