Wir wissen immer noch nicht, wie ernst die aktuelle Krise noch wird. Zu denken, das Schlimmste sei bereits vorüber, ist vielleicht sogar fatal. Eine exportabhängige Wirtschaft wie die deutsche wird länger und grundlegender betroffen sein als andere wie beispielsweise die französische. Dennoch besteht wenig Grund für den bekannten deutschen Alarmismus. Vielleicht werden wir die gegenwärtige Zeit einmal als die spannendste in unserem Leben bezeichnen. Wir werden sehen und erkennen, was Unternehmer und Politiker, was Mitarbeiter, was Partner, Familien, was wir selbst taugen.
Im wesentlichen sind es kleine und mittelgroße Unternehmen, die in diesem und in den kommenden Jahren entstehen und investieren werden. Was zeichnet sie aus, worin unterscheiden sie sich? Und wie können wir gemeinsam in der Krise bestehen, Lieferanten, Zulieferer, Händler und Industriebetriebe?
Nach der Krise werden wir mehr und andere Unternehmen sowie Selbständige haben und insgesamt gestärkt aus ihr hervor gehen.

In der Pädagogik ist gelegentlich von der “Reifungskrise” die Rede. Das scheint mir ganz gut zur momentanen Situation zu passen, und zwar durchaus bezogen auf das wirtschaftliche Gesamtsystem.
Richard von Weizsäcker sagte einmal: “Wir sollten von den Chinesen lernen - die haben das gleiche Schriftzeichen für Krise und Chance.”
Und so sollte auch die Krise dazu beitragen, auch die eingefahrenen Verhaltensweisen zu hinterfragen und auszusieben. Dann kann wirklich Realität werden, dass wir gestärkt aus der Krise hervorgehen und der pädagogische Begriff “Reifungskrise” zutrifft.